Einfach schöne Narben

Unsere Haut erfüllt zahlreiche Aufgaben. Verletzen wir uns so, dass auch die untenliegenden Hautschichten betroffen sind, so bildet sich Narbengewebe, um das zerstörte Gewebe zu ersetzen. Dieses unspezifische Bindegewebe besitzt jedoch nicht die Eigenschaften und Fähigkeiten des ursprünglichen Gewebes. Dort werden nämlich keine Haare, Talg- oder Schweißdrüsen gebildet und es besitzt nur wenige Pigmente, die für die natürliche Hautfärbung verantwortlich sind.

Direkt nach einer Verletzung bildet sich ein Blutgerinnsel an der Oberfläche, damit die Wunde nach außen hin schnell verschlossen wird. Unter dieser Schutzschicht wird nun innerhalb der nächsten Monate bis Jahre das zerstörte Gewebe nachgebildet. Läuft alles gut, so bleibt lediglich an der Stelle der ursprünglichen Wunde eine feine, hellere Linie zurück. Wenn jedoch diese Gewebeneubildung gestört wird, so kann es zum Auftreten einer unschönen Narbe führen.

Zuallererst müssen bestimmte Spurenelemente sowie Omega-3 Fettsäuren vorhanden sein, damit die Neubildung des Gewebes überhaupt erfolgen kann. Hier ist oftmals ein Mangel an Zink, der bei vegetarischer oder veganer Ernährung häufig anzutreffen ist, ganz entscheidend. Auch die regelmäßige Einnahme von kortisonhaltigen Arzneimitteln, die bei Asthma oder bei Rheuma einzunehmen sind, beeinträchtigt die Wundheilung. Zudem sollte eine Wunde unbedingt vor Sonneneinstrahlung durch einen Sonnenblocker geschützt werden, weil UV-Strahlung die Wundheilung ebenfalls stört. Zudem muss eine frische Wunde gut desinfiziert werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

Welche Formen einer gestörten Narbenbildung gibt es? Die Bildung von Bindegewebe, das den Wunddefekt ausfüllt, kann entweder vermindert sein oder überschießend ausfallen. Wird zu wenig Bindegewebe gebildet, so zieht sich die Narbe zusammen und liegt unter dem Hautniveau. Gerade bei Akne tritt diese Narbenbildung gehäuft auf.

Bei einer übermäßigen Bildung von Gewebe zeigen sich großflächige Narben, die wulstförmig über das Hautniveau hinausragen. Das Narbengewebe fühlt sich derb an und ist auch oft blaurot gefärbt. Wir sehen diese Narbenformen häufig bei Jugendlichen und jungen Frauen. Gerade im Brust- oder Schulterbereich oder an Körperregionen, die Spannungen ausgesetzt sind, bilden sich solche Narben.

Ziel einer Narbenbehandlung ist eine möglichst unauffällige Narbe, die auch mit einer Verminderung von Rötung, Juckreiz und Schmerz einhergeht. Am besten beginnt man mit der Behandlung direkt nach dem Abfallen der schützenden Kruste. Da Narbengewebe jedoch über viele Jahre aktiv bleibt, können auch ältere Narben noch erfolgreich behandelt werden.

Die Feuchtigkeitsbalance der Haut muss für die Heilung ins Gleichgewicht gebracht werden. Es gibt hierfür zwei unterschiedliche Wege. Ganz unkompliziert ist das Auftragen eines speziellen Silikongels, das einen schützenden, unsichtbaren Film auf der Wunde bildet. Gerade bei Kindern kann so ideale und einfache Wundheilung erreicht werden.

Eine intensivere Behandlung besteht im Aufkleben spezieller Narbenpads über Nacht. Diese entfalten einen doppelten Effekt: Durch den Schutz durch das Pad wird der Feuchtigkeitsgehalt reguliert und zusätzlich können Wirkstoffe aus dem Pad ins Gewebe eindringen, die heilend wirken. Die Pads können zugeschnitten werden und sorgen dafür, dass die Haut elastischer wird und die Narbe kleiner, flacher und insgesamt unauffälliger wird.

Mein besonderer Tipp: Der Heilungsprozess verläuft sehr langsam. Eine Behandlung sollte daher bei älteren oder ausgeprägten Narben über drei bis sechs Monate erfolgen. Nach etwa vier Wochen sind erste Erfolge sichtbar.