Gut geschützt in die Sonne

Menschen haben zur Sonne eine ganz besondere Beziehung. Das Sonnenlicht reguliert unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Scheint die Sonne an einem schönen Tag, so fühlen wir uns gleich heiter. Versteckt sie sich oder scheint sie seltener in der dunklen Jahreszeit, so schlägt uns das aufs Gemüt.

Während der Menschheitsgeschichte haben wir geniale Maßnahmen entwickelt, um einerseits aus den segensreichen Wirkungen der Sonne unseren Nutzen zu ziehen, uns aber andererseits vor den schädigenden Wirkungen auf die Haut zu schützen. Bei Sonneneinstrahlung greifen nämlich zwei Schutzmechanismen: Erstens verdickt sich die Haut innerhalb weniger Tag, bis sie nur noch ein Viertel der Strahlung in tiefere Hautschichten eindringen lässt. Zweitens bilden wir Schutzpigmente, das sogenannte Melanin, das die Haut braun erscheinen lässt. Innerhalb weniger Tage können wir insgesamt durch Ausbildung weiterer Schutz- und Reparaturmechanismen vierzigmal mehr Strahlung vertragen als davor.

Nehmen wir nun das Sonnenlicht etwas genauer unter die Lupe. Licht besteht aus Strahlung unterschiedlicher Wellenlänge. Das sichtbare Licht umfasst das gesamte Farbspektrum, das wir mit unseren Augen wahrnehmen können. Licht mit längerer Wellenlänge wird als Infrarotstrahlung bezeichnet, die wir als Wärme spüren. Therapeutisch nutzen wir dieses Licht bei Infrarotlampen aus.

Licht mit kürzerer Wellenlänge nennen wir ultraviolettes Licht, kurz UV-Licht, das nochmals in UVA- und UVB-Strahlung unterteilt wird. Obwohl der Anteil nur bei etwa 4 % liegt, hat es wichtige Auswirkungen auf die Haut. Zuviel davon führt zu Hautschäden wie Sonnenbrand, Sonnenallergie und verstärkter Hautalterung. Auch der gefürchtete Hautkrebs kann durch UV-Strahlung ausgelöst werden. Problematisch wird es vor allem, wenn die Haut unvorbereitet zu viel Sonne ausgesetzt wird, weil dann die Schutzmechanismen noch nicht greifen.

Fahren wir in den Urlaub in den Süden und braten in der Sonne, hat unsere Haut nicht genug Zeit, um die entsprechenden Schutzmechanismen auszubilden. Verstärkt wird die Intensität der Sonnenstrahlung zusätzlich im Gebirge sowie am Meer, wo der UV-Anteil sowieso wesentlich höher ist.

Jeder Mensch reagiert aufgrund seines Hauttyps unterschiedlich auf Sonneneinstrahlung. Der Eigenschutz der Haut bis zur Auslösung eines Sonnenbrands reicht von 5 Minuten bei sehr empfindlichen hellen Hauttypen bis zu 30 Minuten bei dunklen Hauttypen. Durch Auftragen eines Sonnenpflegeprodukts kann diese Eigenschutzzeit um die angegebene Zahl erhöht werden. Das bedeutet, dass man durch ein Produkt mit Lichtschutzfaktor 30 bei einer Eigenschutzzeit von 10 Minuten etwa fünf Stunden in der Sonne bleiben kann, bis sich ein Sonnenbrand entwickelt.

Folgende Regeln müssen jedoch unbedingt eingehalten werden: Sonnenbäder in der Mittagszeit sollte man vermeiden. Man trägt ausreichend Sonnenschutz bereits vor dem Sonnenbad auf und cremt nach 2 Stunden bzw. nach dem Baden wieder nach. Wiederholtes Auftragen erhöht den Schutz nicht, sondern erhält ihn nur aufrecht. Kleidung erhöht den Schutz. Bitte auch an Sonnenschutz für die Kopfhaut denken!

Ein Sonnenschutz sollte UVA- und UVB-Filter enthalten. Man kann wählen zwischen einem Spray, einer Lösung, einer Milch, einem Öl oder einer Creme. Am besten lässt man sich beraten, welcher Schutz geeignet ist. Die Pflege nach dem Sonnenbad ist ebenfalls wichtig. Mittlerweile gibt es Pflegeprodukte, die die körpereignen Reparatursysteme nachahmen und Hautschäden reparieren. Hochwertige Sonnenschutzmittel enthalten auch pflegende Bestandteile für die sonnenstrapazierte Haut. Vorsicht: Ein wirksamer Sonnenschutz verhindert die Vitamin-D-Bildung in der Haut, was den Mangel an diesem Vitamin in unseren Breitengranden noch verstärkt.

Mein persönlicher Tipp: Eine vorbeugende Einnahme von pflanzlichen Carotinoiden und Lycopin verbessert den eigenen Lichtschutz und beugt der Hautalterung vor. Man sollte etwa 2 Monate vorher mit der Einnahme beginnen.