Kopfläuse im Anmarsch

Kopfläuse sind etwa so groß wie ein Sesamkorn. Sie gehören zu den blutsaugenden Insekten. Sie leben ausschließlich auf Menschen, nicht auf Tieren. Daher können sie auch von Haustieren nicht übertragen werden.

Kopfläuse besiedeln die menschliche behaarte Kopfhaut. Dort halten sie sich mit ihren hakenförmigen Krallen an den Haaren fest. Während einer Lebensdauer von etwa 30 Tagen klebt jedes Läuseweibchen täglich fünf bis zehn Eier nahe der Kopfhaut am Haarschaft mit wasserunlöslichem Kitt fest. Nach etwa einer Woche schlüpfen aus den Eiern kleine Läuse, die nun noch zwei bis drei Wochen benötigen, bis sie selbst wieder Eier legen können. Nach dem Schlüpfen aus den Eiern verbleiben die leeren, weißlich erscheinenden Eihüllen, die „Nissen“ genannt werden, an den Haaren. Sie lassen sich mit dem Nissenkamm entfernen, sind jedoch ungefährlich.

Läuse bevorzugen als Aufenthaltsort besonders den Nacken und die Stellen hinter den Ohren. Sie benötigen alle zwei bis drei Stunden Blut, das sie aus den Blutgefäßen der Kopfhaut saugen. Damit dies besser gelingt, injizieren sie blutverdünnende Stoffe mit ihrem Speichel. Auf diese Stoffe reagiert der Mensch nach einiger Zeit allergisch wie auf einen Insektenstich. Nach dem Erstbefall durch Läuse entwickelt sich erst nach etwa 4 Wochen immer beim weiteren Blutsaugen der Läuse gerade in der Nacht ein intensiver Juckreiz.

Viele Menschen haben Angst davor, sich mit Läusen anzustecken. Das ist allerdings gar nicht so einfach: Da Läuse weder fliegen noch springen können sondern lediglich kriechen, muss zur Übertragung ein direkter Haar-zu-Haar-Kontakt bestehen. Vor allem Kinder stecken oftmals die Köpfe zusammen, so dass die Läuse von einem zum anderen wandern können.

Fallen Läuse vom Kopf herab, so überleben sie nur wenige Stunden. Sie verlieren so schnell an Körperflüssigkeit, dass sie auf Gegenständen, Möbeln, Kleidung oder auch Mützen nach einigen Stunden absterben. Untersuchungen haben gezeigt, dass durch gemeinsam benutzte Kopfbedeckungen und Bettwäsche keine Ansteckung erfolgt. Das erleichtert die Behandlung ganz ungemein, weil eine Desinfektion der Umgebung nicht erforderlich ist.

Ganz besonders wichtig ist jedoch die Behandlung sämtlicher Personen, die Körperkontakt mit dem Betroffenen haben. Diese Behandlung sollte unbedingt am selben Tag erfolgen, damit eine Neuansteckung verhindert wird.

In früheren Zeiten war die Behandlung von Kopfläusen sehr unangenehm. Heutzutage gelingt jedoch die Läusefreiheit sehr elegant und schnell. Vor einigen Jahren wurden nur insektenabtötende Wirkstoffe aus der Pyrethrin-Familie eingesetzt. Da es hierbei jedoch zu Resistenzen kommt und die Stoffe nicht so gut verträglich sind, wird davon mittlerweile abgeraten. Vor zehn Jahren fand man heraus, dass speziell kombinierte Silikonöle physikalisch dadurch wirken, dass sie die Atemöffnungen der Läuse und der in den Eiern befindlichen Larven verstopfen. Dadurch sterben sämtliche Läuse innerhalb kürzester Zeit ab. Ähnlich wirkt auch ein Läuseshampoo mit dem Extrakt des Neembaums.

Bei diesen neuen Formulierungen ist eine einzige Anwendung ausreichend bei einer Einwirkzeit von zehn Minuten. Bei allen anderen Mitteln muss die Anwendung nach acht bis zehn Tagen unbedingt wiederholt werden, weil aus den Eiern sonst wieder weitere Läuse schlüpfen können, die zu einem neuen Krankheitsschub führen würden. Wichtig zu wissen: Direkt nach der Behandlung ist man „läusefrei“ und kann wieder die Schule oder den Kindergarten besuchen. Mithilfe eines Nissenkamms können die abgetöteten Läuse sowie die Nissen ausgekämmt werden.

Mein persönlicher Tipp: Der Gebrauch von Weidenteer-Shampoo kann einem Befall durch Läuse vorbeugen.