Nachhaltige Verbesserung der Haut bei Neurodermitis

Unter Neurodermitis versteht man eine entzündliche Erkrankung der beiden äußeren Hautschichten, die durch Juckreiz und Ekzembildung charakterisiert ist. Auch die Bezeichnung „atopisches Ekzem“ wird in der Fachsprache dafür verwendet. Etwa 10 % der Kinder sowie 3 % der Erwachsenen sind betroffen. Häufig treten bei diesen Personen, die zu allergischen Erkrankungen neigen, auch Asthma, Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien auf. Wie kommt es zu den quälenden Hautreaktionen? Am besten wenden wir uns zuerst dem Aufbau der Haut zu.

Hautaufbau von innen nach außen
Die unterste Hautschicht bildet die sogenannte Unterhaut. Sie dient als Schutzpolster für die inneren Strukturen, sie schützt durch das eingelagerte Unterhautfett vor Kälte und dient auch gleichzeitig als Energiespeicher. Die mittlere Hautschicht, die sogenannte Lederhaut, ist durchzogen von Blutgefäßen zur Versorgung der Haut. Hier haben die Haare ihren Ursprung. Außerdem finden wir hier Talgdrüsen, Immunzellen, Nerven und verschiedene Sinneszellen vor. Damit nehmen wir Wärme, Kälte, Druck, Schmerz und Berührungen wahr. In der Lederhaut tummelt sich also alles, was für die vielfältigen Aufgaben der Haut zuständig ist. Außerdem bilden viele kollagene Fasern die elastische und feste Grundstruktur der menschlichen Haut.

Ganz außen: Die Epidermis
Die äußerste Hautschicht bildet die sogenannte Epidermis. Sie wird durch die Lederhaut mit Nährstoffen versorgt. Die epidermalen Zellen wandern innerhalb von etwa vier Wochen nach außen an die Hautoberfläche. Auf dem Weg an die Oberfläche verhornen sie und lösen sich dann ab. Dort werden die Farbpigmente gebildet, die für die Bräunung sorgen. Durch Einlagerung von Hornsubstanz in den äußersten Hautschichten wird eine wichtige Barriere gegen äußere Einwirkungen gebildet. Die Hautbarriere kann nur dann ganze Arbeit leisten, wenn sie durch Talg von innen heraus isoliert wird und auch genügend Feuchtigkeit speichern kann, damit sie glatt, geschmeidig, dehnbar, flexibel und elastisch ist. Es herrscht ein leicht saures Milieu vor, um krankmachende Bakterien und Pilze abzuwehren. Allerdings ist die Haut sehr wohl von „gesunden“ Bakterien besiedelt. Diese Hautflora schützt sie sogar und sorgt dafür, dass sich keine Krankheitserreger ansiedeln können.

Was passiert bei Neurodermitis?
Bei einer Neurodermitis ist die Hautbarriere aus dem Gleichgewicht. Eigentlich bildet der Talg aus der Lederhaut eine natürliche Isolationsschicht auf der Haut. Er sorgt dafür, dass der Säureschutzmantel intakt ist und bildet durch körpereigene Fette einen Schutz vor Austrocknung. Ist dieser Hydrolipidfilm gestört, speichert die Haut in der Folge zu wenig Feuchtigkeit, trocknet aus und lässt allergieauslösende Stoffe und Erreger eindringen. Nun treten Immunzellen, die normalerweise geschützt unter der Haut liegen, mit Stoffen in Kontakt, die zu einer allergischen Reaktion und einer Entzündung führen. Da in der Lederhaut viele Nervenzellen sitzen, werden diese ebenfalls gereizt und reagieren mit Juckreiz, Brennen und Schmerzen. Die Haut rötet sich. Die Hautzellen versuchen nun, die Barriere wiederherzustellen, in dem sehr viele neue Hornzellen gebildet werden. Dies zeigt sich durch verstärkte Abschuppung der oberen Hautschicht.

Wie behandelt man Neurodermitis?
Erster Angriffspunkt bildet die schnelle Wiederherstellung der Hautbarriere. Äußerlich werden ganz besondere Pflegeprodukte verwendet, die hautverwandte Lipide enthalten. Sie sorgen dafür, dass die Hautzellen wieder Feuchtigkeit einschließen. Außerdem verhindern sie das Eindringen von Allergenen. In einer akuten Phase verordnet der Hautarzt die passenden Cremezubereitungen. Eine regelmäßige Pflege ist unerlässlich. Auch pflanzliche Wirkstoffe aus der der Birke, aus der Süßholzpflanze oder aus der Nachtkerze sorgen für eine gute Pflege von außen. Allerdings kann der Hautzustand nur dann nachhaltig verbessert werden, wenn die Haut von innen die richtigen Bausteine erhält. An erster Stelle steht die Omega-3-Fettsäure DHA. Nur wenn diese ausreichend vorhanden ist, kann das Hautfett die optimale Zusammensetzung haben. Die Spurenelemente Selen und Zink werden ganz besonders bei Aufbauprozessen benötigt und fehlen oftmals bei Neurodermitikern. Außerdem kommt Vitamin D, das in der Haut gebildet wird, eine wichtige Aufgabe zu. Zur Wiederherstellung einer gesunden Hautflora empfiehlt sich eine Kur mit probiotischen Bakterien.

Mein besonderer Tipp: Zum Duschen und Waschen sollte man rückfettende Waschsyndets verwenden. Sehr heiße und lange Bäder sind tabu. Am besten gleich nach dem Duschen oder Baden die Haut eincremen.

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