Schnelle Hilfe bei Halsschmerzen

In den meisten Fällen können Halsschmerzen zurückgeführt werden auf eine Entzündung des Rachenraums, die durch Viren hervorgerufen wird. Die Erkrankung tritt gehäuft im Frühjahr und Herbst auf. Die Rachenhinterwand ist gerötet und gleichzeitig sind auch die Mandeln, der Kehlkopf und die Lymphknoten im Hals entzündet. Schmerzen beim Schlucken, Kratzen im Hals sowie ein Zwang zum Räuspern zeigen sich als Symptome.

Wie steckt man sich eigentlich an? In der Regel werden die Erreger durch eine sogenannte „Tröpfcheninfektion“ von einem Menschen auf den anderen übertragen. Winzige Tröpfchen mit Viren, die erkrankte Menschen ausatmen, fliegen durch die Luft und werden eingeatmet. Freigesetzt werden diese Tröpfchen durch Niesen, Naseputzen oder Husten. Sie können sich im Extremfall bis zu drei Meter weit um einen Menschen verbreiten. Sind wir also in einer größeren Menschenmenge unterwegs, laufen durch die Stadt, fahren Bus oder Bahn oder besuchen ein Konzert, so können wir uns leicht eine Infektion zuziehen.

Schaffen es die Viren, in die Zellen im Rachenraum einzudringen, so vermehren sie sich dort und werden in großer Menge freigesetzt. Bei einigen Virenarten werden die Zellen dabei sogar zerstört. Nun tritt unsere Immunabwehr in Aktion. Die Abwehrzellen versuchen, die Erreger abzutöten und lösen daher eine Entzündung der Region aus. In dieser Phase können sich auch noch Bakterien ansiedeln, die zu einer zusätzlichen Infektion führen. Lediglich bestimmte Bakterienarten infizieren ebenfalls direkt die Rachenregion.

Wie können wir nun unterscheiden, ob es sich um Viren oder um Bakterien handelt und warum sollten wir das überhaupt wissen? Bakterielle Halsentzündungen sind dadurch charakterisiert, dass Fieber über 38,5 °C auftritt, auf den Mandeln Beläge erkennbar sind und die Halslymphknoten schmerzhaft geschwollen sind. Jetzt ist der Ganz zum Arzt angesagt, der die Erkrankung mittels Antibiotikagabe behandelt. Dies ist insofern wichtig, weil manche Bakterien gefährliche Folgeerkrankungen auslösen können. Dabei denken wir an eine Mittelohrentzündung, eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) oder rheumatisches Fieber. Durch die Gabe eines Antibiotikums, das Bakterien ganz gezielt abtötet, kann dies sicher verhindert werden.

Bei viralen Halsentzündungen liegt der Fall anders. Hier liegt der Schwerpunkt auf der reinen Linderung der Halsschmerzen, weil Viren durch Antibiotika nicht abgetötet werden können. Die Erkrankung dauert in der Regel 3 bis 5 Tage. Nur die Gabe von Zink in Form einer Hochdosisgabe über einige Tage verkürzt die Dauer des Infekts. Bei kombinierten Zink-Vitamin-C-Lutschtabletten nutzt man auch noch die schmerzstillende Wirkung aus.

Wie sieht prinzipiell eine effektive Schmerzbekämpfung aus? Die klassischen Schmerzmittel mit einer Einzelgabe von 1.000 mg Paracetamol, 1.000 mg Acetylsalicylsäure oder 400 mg Ibuprofen schalten einige Stunden lang die Halsschmerzen aus. Dazu gehört auch der Wirkstoff Flurbiprofen, der jedoch als Lutschtablette oder als Halsspray direkt am Ort des Geschehens noch effektiver wirkt. Vorsicht: nun benötigt man keine zusätzlichen Mittel mehr gegen Fieber oder Gliederschmerzen.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die schmerzende Region regelrecht mit einem Lokalanästhetikum zu betäuben. Drei Wirkstoffe sind hierbei zu nennen: Lidocain, Benzocain und Ambroxol. Als Lutschtabletten oder Spray angewendet, fühlt sich die Rachenregion regelrecht taub und somit schmerzfrei an. Auch eine Kombination der Wirkstoffe Dichlorbenzylalkohol und Amylmetacresol lindern Halsschmerzen. Gerade, wenn der Hals sich unangenehm trocken anfühlt, leisten pflanzliche oder salzhaltige Lutschtabletten oder auch Bronchialtees gute Dienste.

Mein persönlicher Tipp:
Im Heilkräutergarten finden wir eine wirksame Unterstützung gegen Halsinfekte durch Arzneipaprika, Kermesbeere und Pockholz.